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Liebe Besucher dieser Seite,

folgend finden Sie Leseproben des Buches und zwar je die ersten zwei Thesen mit ihren jeweiligen Aufgaben pro Kapitel.

 

1. Allgemeine / übergreifende Thesen

 1.1.

  • - Viele werdende Schriftsteller, die ihr erstes größeres Werk an-gehen, fragen sich, ob Sie das wirklich auch wollen und vor allem auch können. Die Zweifel sind gerechtfertigt und befallen so manchen immer mal wieder, auch während er schon mitten in der Arbeit an seinem Romanprojekt ist.

  • Da taucht die Frage nach Talent auf. Sicher, es gibt sozusagen Naturtalente, die ohne es je professionell gelernt zu haben, phan-tastische Sätze drechseln, oder aus der Hüfte heraus eine witzige Geschichte erfinden können. Doch das muss gar nicht unbedingt sein. Nicht jeder ist in dieser Hinsicht von Gott gesegnet. Wichtiger als vermeintliches Talent - wie immer man dies auch definieren möchte - ist die Liebe zur Sache. Wer den unwiderstehlichen Willen in sich spürt, Geschichten erzählen zu müssen, der kann sich berufen fühlen.

  • Mindestens 80, wenn nicht sogar 90 % der Grundlagen, einen Roman schreiben zu können, ergeben sich aus Beharrlichkeit und Fleiß. Vieles in der Schreiberei kann man erlernen und wenn man sich denn entschlossen hat, seine Brötchen als Schriftsteller zu verdienen, dann sollte man auch konsequent sein und alles andere dem Schreiben unterordnen. Das ist viel wichtiger, als alles, was so mancher glaubt, an Talent zu besitzen.

  • Harte Arbeit ist also wichtiger als Talent und das um so mehr, wenn man bedenkt, dass gerade immer die Talentierten leicht zu Selbstherrlichkeit neigen und glauben, sie müssten sich nicht so ins Zeug legen, wie andere. Gerade das ist das größte Hindernis der sogenannten Talentierten. Meist ist es auch gar nicht so weit her mit der angeblichen Gottesgabe, oft stecken nur überkandidelte Eltern hinter so einem vermeintlichen Überflieger und bei näherem Hinsehen löst sich dessen angebliche Überlegenheit in Luft auf.

  • Man sieht, dass die Suche nach dem einzigartigen Talent unwichtig ist und man sich lieber klar machen sollte, dass es kein Zukerschlecken ist, einen guten Roman zu schreiben, sondern vielmehr vieler Stunden harter Arbeit bedarf.

  • Auch das Vertrauen darauf, dass einen die Muse irgendwann einmal unverhofft küsst, und einem in einer Art Rausch die Sätze nur so zufliegen, ist reines Wunschdenken, denn es wird so gut wie nie passieren. Um jede Formulierung, um jede Metapher, um jede Szene muss hart gerungen werden, nur um dann doch immer und immer wieder überarbeitet, korrigiert, ergänzt und verbessert zu werden. Wichtig ist, dass man nicht aufgibt und regelmäßig arbeitet, also das Projekt ernst nimmt und an seinen Erfolg glaubt.

  • Regelmäßiges Schreiben muss nicht heißen, dass man immer zur gleichen Tageszeit ein gewisses Quantum abspult, denn Schreiben ist Kunst und die braucht Muse; ist man abgelenkt oder kränklich oder passen die äußeren Umstände nicht, kann man eventuell keinen klaren Gedanken fassen und es ist besser, man sortiert sich erst einmal wieder und macht eine Pause, um dann wieder voll anzugreifen. Auch mit einem festen Quantum sollte man sich nicht unnötig unter Druck setzen, das kann stressen und dadurch lähmen. Doch dranbleiben muss man, und wenn alles stimmt, gibt es auch keine Ausreden, dann muss geschrieben werden - Disziplin ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Und hat man mal wirklich eine Phase in der nichts geht, dann sollte man sich neu motivieren, indem man einen Roman liest, der das Genre bedient, in dem man selber zu schreiben gedenkt; irgendwann hat man sich genug neue Anregungen geholt und dann kann's auch schon wieder weiter gehen.

  • Manchmal liegt eine Schreibblockade aber auch nur daran, dass ein Autor sich nicht genug Gedanken gemacht hat, bevor er be-gann, das Manuskript zu tippen. Da fehlt es vielleicht am Detailreichtum der Figuren, oder am nicht zu Ende gedachten Plot, vielleicht fehlt es den Figuren an Motivation, eventuell sind die Konflikte nicht stark genug, oder das Thema gibt nicht all zu viel her, oder vielleicht fehlt es auch einfach nur an Recherche. Ist man an einem solchen Punkt, hilft es oft weiter, sich seinen bisherigen Text selbst vorzulesen, und sich zu fragen, wo der Fehler liegen könnte; kommt man partout nicht weiter, müssen Probeleser helfen. Stellt man bei dieser Gelegenheit fest, dass man einen prinzipiellen Fehler produziert hat, der umfängliches Umschreiben nötig machen würde, kann vieleicht ein kompletter Neustart sinnvoller sein. Das bisher gewonnene Material muss ja nicht vernichtet werden - schön aufheben und bei Gelegenheit auswerten - die meisten Schriftsteller haben eine solche Samm-lung von Bruchstücken, aus denen nichts geworden ist und nutzen diese bei Bedarf, schreiben also quasi von sich selbst ab.

Übung: Zählen Sie zehn Gründe auf, weshalb Sie schreiben wollen!

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 1.2

  • - Warum kaufen Leute Belletristik? Sie wollen in erster Linie gut unterhalten werden, und deshalb muss ein Roman ungewöhnliche Situationen schildern, dabei muss des Lesers Neugier geweckt werden, er sollte eine innere Spannung beim Lesen der Geschichte spüren und ihm sollten sensationelle Ereignisse und berührende Themen (Sinneserlebnisse) geboten werden.

  • All das braucht es, damit das Buch ein Erfolg wird und das ist noch lange nicht alles: Der Leser will quasi nebenbei etwas lernen und darüber hinaus auch noch überrascht werden, deshalb muss Vorhersehbares unbedingt vermieden werden.

  • Und das ist immer noch nicht genug, damit Belletristik am Markt auch ja gut ankommt: Ein Autor sollte auch noch amüsant schreiben, z.B. durch witzige Vergleiche, Formulierungen und Beschreibungen, dabei aber nichts Aufgesetztes oder schier Unmögliches bringen, denn der Leser ist heute kritischer geworden und hinterfragt Möglichkeiten; wenn also etwas zu abstrus wirkt, wird der Leser abwinken und möglicherweise aussteigen.

  • Ganz schön viel, was da so gefordert wird und die Liste ist noch nicht komplett; das waren nur die wichtigsten Punkte. Und spätestens jetzt wird jedem klar: Einen Bestseller schreibt man nicht mal eben so nebenbei; das ist knüppelhartes Handwerk und bedarf einer Menge Wissen und nicht zuletzt auch einer gewissen Begabung, Kreativität, Inspiration und vor allem jeder Menge Durchhaltevermögen und sehr viel Fleiß.

Übung: Schreiben Sie eine witzige Party-Szene auf ca. zwei Seiten!


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2. Vorarbeiten / Anfang eines Buchprojektes und Recherchen

 

 2.1

  • - Wenn man beschlossen hat, ein belletristisches Werk zu verfas-sen, hat man sich für eine Mammutaufgabe entschieden, die volle Konzentration und viel Disziplin erfordert.

  • Um Erfolg mit dieser sich selbst gestellten Herkulesaufgabe zu haben, muss alles stimmen, insbesondere das Umfeld sollte optimale Bedingungen bieten und zwar das soziale, wie auch das körperliche Umfeld. Um zu ermitteln, wie die Voraussetzungen für das Schreiben eines literarischen Werkes sind, kann man sich eine zweispaltige Tabelle aufmachen und in die eine Spalte alles eintragen, was einem bei dieser Arbeit behindern könnte und in die andere Spalte all das, was einem dabei helfen könnte. Anschließend wertet man das Ergebnis aus und versucht die negativen Einflüsse zu minimieren und die positiven zu stärken.

  • Abgesehen von dieser Vorgehensweise sollte man sich erst ein-mal im Klaren sein, wo und wann man am besten schreibt. Jeder hat da so seine Vorlieben, eine Regel kann es da nicht geben. Wichtig ist auf jeden Fall ein ruhiges und inspirierendes Umfeld. Man sollte auf angenehmes Mobiliar bis hin zu den kleinsten Accessoires achten - ein schöner Füllfederhalter z.B. oder eine alte Schreibtischlampe können da eventuell schon motivieren. Man sollte auch an angenehmes Licht, Wärme, allgemeine Stimmung (vielleicht einen schönen Blick aus dem Fenster) und an angenehmen Geruch bzw. frische Luft denken - all das kann anregend wirken.

  • Das soziale Umfeld muss so geordnet werden - gerade wenn man Kinder zu betreuen hat -, dass ein ungestörtes Schreiben an einigen Stunden pro Tag möglich ist; denn nur bei voller Konzentration wird die Sache richtig gut. Man sollte dem Partner und anderen lieben Verwandten, die einem in die Quere kommen könnten, klar machen, dass man die Schreiberei ernst nimmt und erwartet, dass diese das auch tun und Rücksicht nehmen.Wenn man sich dann noch nach seinem Biorhythmus richtet und sich nicht zum Schreiben zwingt, wenn Körper und Geist nein sagen, dann steht einer Freude am Fabulieren, am Erfinden ganzer Welten nichts mehr im Wege. Wichtig ist, dass man sich beim Schreiben wohl fühlt und Spaß an der Sache hat.

 

Übung 1: Stellen Sie fest, wie Ihre Situation im Moment ist!

Übung 2: Legen Sie da, wie Sie sich Ihr optimales Umfeld im Hinblick auf eine Schriftstellerkariere vorstellen!

Übung 3: Schreiben Sie auf, was Sie unbedingt ändern müssen um erfolgreich schreiben zu können! Ü1 bis Ü3 je circa eine Normseite.

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 2.2

  • - Wenn man mit dem Schreiben beginnt, muss man einige Dinge beachten, sonst besteht die Gefahr, das die Anfangseuphorie schnell wieder erlischt, deshalb folgen hier einige Empfehlungen und Tipps, die den Start erleichtern können.

  • Zunächst einmal sollte man sich nicht zu viel auf einmal vornehmen. Das gilt für den Gesamtumfang des ersten Werkes, als auch für die Tagesleistung. Wenn man sich zu sehr unter Druck setzt, besteht die Gefahr, dass man seinen eigenen Ansprüchen nicht gewachsen ist und an sich selbst scheitert. Gut Ding will Weile, sagt der Volksmund und hat damit sicherlich Recht.

  • Nicht das Quantum ist beim Schreiben entscheidend, sondern eher die Qualität und so kann ein einziger, phänomenaler Satz mehr wert sein, als ein ganzes schnell hingeschriebenes Kapitel.

  • Auch die Krankheit, ein möglichst umfangreiches Werk in die Welt setzen zu wollen, weil es einige Große der Zunft auch so machen, ist reiner Blödsinn; oft wird bei solchen Vorhaben viel Überflüssiges daher schwadroniert, nur um Masse zu generieren. Das führt zu gar nichts, außer zu erhöhten Druckkosten und gähnender Langeweile, also letztendlich zum Scheitern.

  • Eine weitere Krankheit, die gerade immer wieder Anfänger befällt, ist die Adjektivitis, gemeint ist damit die Unsitte, alles und jeden mit Adjektiven zu belegen, um zu unterstreichen, wie das Ding sein soll. Wenn man etwas nicht durch Handlung zeigen kann und ständig nur wertende Adjektive einsetzen muss, versteht man sein Handwerk nicht. Das Motto lautet: Zeigen, nicht behaupten. Darüber hinaus verbreitet der Autor mit bewertenden Adjektiven auch immer seine eigene Meinung, was völlig unangebracht ist; nur der Leser hat anhand der Handlung zu entscheiden, wie er etwas empfindet.

  • Weiter geht es mit Anfängerfehlern in Bezug auf Verallgemeinerungen. Oft ist die Gier zu schreiben bei Anfängern so groß, dass nicht ausreichend recherchiert wird und dann verfällt man gerne auf Allgemeinplätze. Das ist grundlegend falsch. Leser wollen Konkretes lesen. Also, man sollte nicht einfach irgendein Auto fahren lassen, sondern ein ganz bestimmtes in einer ganz bestimmten Farbe und Form.

  • Was eingangs zu Bewertungen gesagt wurde, trifft auch unbedingt auf Gefühle zu: Nicht der Autor sagt, wie ein Leser mit-fühlen sollte, sondern nur alleine der Leser entscheidet, ob die Handlung gefühlvoll genug vorgetragen wurde, um mitleiden zu können. Dem Autor muss es gelingen den Leser zu packen und ihn in die Geschichte zu ziehen und zwar alleine durch seine Beschreibungen und nicht durch seine Bewertungen.

  • Womit wir beim nächsten Punkt wären: Der Leser muss also gepackt werden und soll in die Geschichte hineingezogen werden, d.h., dem Autor muss es gelingen, eine Welt vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen, die glaubhaft und faszinierend ist; er muss die Phantasie des Lesers anregen, sich mehr und schöneres auszumalen und ihn damit in seine Welt zu locken. Dazu ist es äußerst wichtig, alle Sinne anzusprechen und nicht nur das rein Sichtbare zu beschreiben. Der Leser muss hören, fühlen, riechen schmecken und sehen, wie es in der Geschichte zugeht und weil Schrift all diese Sinne nur indirekt durch Sprache vermitteln kann, muss der Autor durch eine vielfältige und treffende Sprache in der Lage sein, die Wirklichkeit in Schriftform zu simulieren, d.h. der Leser muss anhand der Beschreibungen des Autors, das Geschriebene wieder in Sinneswahrnehmungen umsetzen können und das, ohne dass er diesen Vorgang eigentlich wahrnimmt (bitte hierzu Teil 2 dieses Buches beachten).

  • Mit den Sinneswahrnehmungen ist ein weiterer wichtiger Punkt angesprochen, der vielen Anfängern so nicht bewusst ist: Es gibt immer zwei Sinneswelten, die ein erzählender Text beschreibt. Zum einen ist es die subjektiv erlebte Welt der handeln-den Figuren und deren Empfinden, also das Innenleben der Figuren und es gibt die Szenerie, also die für jeden sichtbare Umwelt in der die Geschichte spielt. Beide Sinneswelten sind wichtig und interessant für den Leser und müssen daher beide abwechselnd bedient werden. Abwechselnd deshalb, weil der Leser diese Abwechslung liebt; verbleibt man zu lange bei der Innenansicht der Figuren, ödet das genauso die Leserschaft an, wie umgekehrt bei zu detailverliebten Beschreibungen des Settings.

  • Auch das Raffen oder Verlangsamen der erzählten Zeit ist ein wichtiges Instrument, einen Text abwechslungsreich zu halten und beugt lähmender Monotonie vor. Im Prinzip geht es hierbei darum, die Zeitspanne, die beschrieben wird, entweder kurz und knapp abzuhandeln oder eher ausführlicher und damit ausgiebiger zu beschreiben. Man spricht in der Fachwelt auch vom Verhältnis von erzählter Zeit zu Erzählzeit und dieses Verhältnis, gilt es immer mal wieder zu variieren.

  • All diese Regeln - und man könnte noch so einiges an nicht ganz so Wichtigem hinzufügen - sind prinzipiell richtig, können aber gebrochen werden, wenn das Eigenleben der Geschichte es so fordert, denn wenn eine Geschichte sich beim Schreiben verselbstständigt und einen Weg einschlägt, den man als Autor so gar nicht geplant hatte - was immer mal wieder vorkommt -, dann sollte man nicht mühsam dagegen ankämpfen, nur um einen einstmals gefassten Plan durchzusetzen; in diesem Fall sollte man dankbar annehmen und sich freuen, dass die Geschichte begonnen hat zu leben und den neuen Weg bewusst beschreiten.

 

Übung: Nehmen Sie einen Atlas oder einen Globus und tippen Sie wahllos irgendwo hin. Recherchieren Sie zu der gefundenen Stelle landesübliche Details. Lassen Sie an der betreffenden Stelle eine Geschichte entstehen. Achten Sie dabei darauf, dass Landes- und Personenbeschreibungen stimmen! Ca. vier bis sechs Seiten.

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3. Aufbau und Gliederung von unterhaltender Literatur

  3.1

  • - Der prinzipielle Aufbau einer Geschichte kann vereinfacht folgendermaßen skizziert werden: Am Anfang der Geschichte werden Handlungsstränge angelegt, diese durchlaufen, über Hindernisse, Umwege und falsche Fährten hinweg, eine Entwicklung, laufen aufeinander zu, um am Ende verknüpft zu werden.

Übung: Entwickeln Sie stichpunktartig die Chronologie eines Plots!

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 3.2

  • - Die Zutaten einer guten Geschichte sind im Prinzip immer gleich und lassen sich wie folgt skizzieren:

 

1. Die Idee mit einer grundlegenden Prämisse.

2. Aufeinander abgestimmtes (orchestriertes) Personal, bestehend aus Protagonist, Antagonist und deren jeweiligem Umfeld (Helfern).

3. Ein zentraler Konflikt unter gegnerischen Parteien.

4. Den Fortgang der Geschichte mit Wendungen, falschen Fährten, Krisen, Höhepunkt und Auflösung.

 

Übung: Planen Sie einen Roman und skizzieren Sie zu je-

 dem Punkt dieses Abschnittes ihre Idee! Je Punkt eine Seite.

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